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Die Herausforderung der STRABAG 232 105-9

Alt und neu im Modell: Wir zeigen die aufwendige Umsetzung der STRABAG 232 105-9 in ihrer früheren und aktuellen Gestaltung in den Maßstäben H0 und TT.

Eine Lokomotive – zwei Erscheinungsbilder

Die 232 105-9 der STRABAG ist eine Lokomotive mit einer außergewöhnlichen Geschichte und einem ebenso markanten Erscheinungsbild. Im Jahr 1973 wurde sie als Maschine der Baureihe 131 an die Deutsche Reichsbahn ausgeliefert. Nach zahlreichen Veränderungen und Modernisierungen präsentiert sie sich heute mit einem völlig neuen Gesicht.

Für Train Mobil entstand die besondere Aufgabe, sowohl das frühere graue Erscheinungsbild mit dem kleinen STRABAG-Logo als auch die aktuelle Gestaltung mit den großen seitlichen Schriftzügen als Modell umzusetzen. Dabei wurden drei unterschiedliche Modelle realisiert: die ältere Ausführung in H0 und TT sowie die neue Variante in H0.

Was auf den ersten Blick wie eine reine Neulackierung wirkt, entwickelte sich bei allen drei Modellen zu einem umfangreichen Umbauprojekt.

Die frühere STRABAG-Ausführung in H0

Den Anfang machte die ältere Ausführung der 232 105-9 im Maßstab H0. Das Modell zeigt die Lokomotive in ihrer grauen Farbgebung mit dem kleinen STRABAG-Logo auf den Seiten.

Damit das Grundmodell dem Vorbild möglichst genau entspricht, waren umfangreiche Änderungen am Gehäuse, am Dach und an den Drehgestellen erforderlich.

Durchgeführte Arbeiten:

– Zusätzliche Seitenfenster präzise ausgefräst
– Nicht mehr benötigte Fensteröffnungen verschlossen
– MD-Lüftergitter als Ätzteile eingesetzt
– Zwei neue Dachsegmente konstruiert und im 3D-Druck gefertigt
– Einen seitlichen Lüfter verschlossen und die fehlenden Sicken ergänzt
– Drehgestelle gegen eine Ausführung mit Indusi-Magneten getauscht
– Frontaufstieg und Griffstangen im 3D-Druck hergestellt
– Modell vollständig lackiert und neu beschriftet
– Abschließende dezente Alterung und Verschmutzung

Gerade das Zusammenspiel der gefrästen Öffnungen, der Ätzteile und der eigens konstruierten 3D-Druck-Bauteile veränderte das ursprüngliche Modell deutlich. Erst danach konnten die Lackierung, die Beschriftung und die abschließende Alterung erfolgen. So entstand Schritt für Schritt eine eigenständige Nachbildung der damaligen STRABAG-Ausführung.

Die ältere, gealterte STRABAG 232 105-9 im Maßstab H0 – Dreiviertelansicht der vollständig umgebauten Lokomotive.
Die ältere, gealterte STRABAG 232 105-9 im Maßstab H0 – Dreiviertelansicht der vollständig umgebauten Lokomotive.
Die vollständige Seitenansicht zeigt die veränderten Fenster, Lüftergitter und die kleine STRABAG-Beschriftung.
Die vollständige Seitenansicht zeigt die veränderten Fenster, Lüftergitter und die kleine STRABAG-Beschriftung.
Frontansicht der H0-Lokomotive mit der Betriebsnummer 232 105-9.
Frontansicht der H0-Lokomotive mit der Betriebsnummer 232 105-9.
Die gegenüberliegende Fahrzeugseite der älteren STRABAG-Ausführung in H0.
Die gegenüberliegende Fahrzeugseite der älteren STRABAG-Ausführung in H0.
Blick auf die neu konstruierten und im 3D-Druck gefertigten Dachsegmente.
Blick auf die neu konstruierten und im 3D-Druck gefertigten Dachsegmente.
Detailansicht des Drehgestells mit Indusi-Ausrüstung, feiner Beschriftung und dezenter Alterung.
Detailansicht des Drehgestells mit Indusi-Ausrüstung, feiner Beschriftung und dezenter Alterung.

Die frühere Ausführung in TT

Auch im Maßstab TT sollte die 232 105-9 in der älteren Gestaltung entstehen. Aufgrund des kleineren Maßstabs und der notwendigen Anpassungen fiel der Umbau hier noch umfangreicher aus. Viele Bauteile mussten neu konstruiert und besonders fein ausgeführt werden, damit sie sich trotz ihrer geringen Größe harmonisch in das Modell einfügen.

Durchgeführte Arbeiten:

– Zusätzliche Seitenfenster ausgefräst
– Überflüssige Fensteröffnungen verschlossen
– MD-Lüftergitter als Ätzteile eingesetzt
– Zwei Dachsegmente neu konstruiert und im 3D-Druck gefertigt
– Einen seitlichen Lüfter verschlossen und neue Sicken eingesetzt
– Indusi-Magnete für die Drehgestelle konstruiert und im 3D-Druck hergestellt
– Griffstangen an den Fronten neu gefertigt
– Fenstertritte neu gezeichnet und im 3D-Druck produziert
– Neue Puffer im 3D-Druck hergestellt
– Modell vollständig lackiert und neu beschriftet

Besonders die kleinen Anbauteile verlangten eine sorgfältige Konstruktion und Montage. Fenstertritte, Griffstangen, Puffer und Indusi-Magnete mussten nicht nur maßstäblich wirken, sondern sich auch sicher am Modell befestigen lassen. Nach der Lackierung und Beschriftung zeigte sich, dass sich die charakteristischen Veränderungen der Lokomotive auch im Maßstab 1:120 überzeugend wiedergeben lassen.

Die leicht gealterte STRABAG 232 105-9 in TT nach dem umfangreichen Umbau.
Die leicht gealterte STRABAG 232 105-9 in TT nach dem umfangreichen Umbau.
Seitenansicht des TT-Modells mit Ätzgittern, geänderten Fenstern und kleinem STRABAG-Logo.
Seitenansicht des TT-Modells mit Ätzgittern, geänderten Fenstern und kleinem STRABAG-Logo.
Dreiviertelansicht der zweiten Fahrzeugseite im Maßstab 1:120.
Dreiviertelansicht der zweiten Fahrzeugseite im Maßstab 1:120.
Frontansicht der TT-Ausführung mit der Loknummer 232 105-9.
Frontansicht der TT-Ausführung mit der Loknummer 232 105-9.
Detailaufnahme eines eigens konstruierten Dachsegments am TT-Modell.
Detailaufnahme eines eigens konstruierten Dachsegments am TT-Modell.
Feine TT-Details: Drehgestell, Indusi, Fenstertritt, Pufferbereich und seitliche Beschriftung.
Feine TT-Details: Drehgestell, Indusi, Fenstertritt, Pufferbereich und seitliche Beschriftung.

Das neue Gesicht der 232 105-9

Vor einiger Zeit hatten wir euch die STRABAG 232 105-9 bereits in ihrer grauen Ausführung mit dem kleinen seitlichen Logo vorgestellt. Inzwischen trägt das Vorbild ein neues Erscheinungsbild – und damit begann für uns die nächste Herausforderung.

Die aktuelle Gestaltung wirkt auf den ersten Blick klar und geradlinig. Ihre Umsetzung im Modell war jedoch deutlich anspruchsvoller, als es zunächst erscheint. Vom ursprünglichen H0-Grundmodell von PIKO ist nach Abschluss des Umbaus nicht mehr viel unverändert geblieben. Erneut mussten zahlreiche konstruktive Besonderheiten des Vorbildes nachgebildet werden.

Durchgeführte Arbeiten:

– Zusätzliches Seitenfenster präzise ausgefräst
– Nicht benötigte Fensteröffnungen verschlossen
– MD-Lüftergitter als Ätzteile ergänzt
– Zwei Dachsegmente neu konstruiert und im 3D-Druck gefertigt
– Seitlichen Lüfter verschlossen
– Neue Sicken konstruiert, gedruckt und am Gehäuse angebracht
– Drehgestelle gegen eine Ausführung mit Indusi-Magneten getauscht
– Frontaufstieg und Griffstangen im 3D-Druck hergestellt
– Modell vollständig neu lackiert
– Neue Beschriftung nach aktuellem Vorbild aufgebracht

Das neue Gesicht der STRABAG 232 105-9 in H0 mit dem großformatigen seitlichen Schriftzug.
Das neue Gesicht der STRABAG 232 105-9 in H0 mit dem großformatigen seitlichen Schriftzug.

Die besondere Herausforderung: das große STRABAG-Logo

Der auffälligste Unterschied zur früheren Gestaltung sind die großen STRABAG-Schriftzüge auf den Seitenflächen. Gerade diese vermeintlich klaren grafischen Elemente machten die Beschriftung besonders anspruchsvoll.

Die Decals verlaufen über zahlreiche Kanten, Sicken, Vertiefungen und Übergänge des Lokomotivgehäuses. Schon eine geringfügige Verschiebung hätte dazu geführt, dass Buchstaben und Flächen nicht mehr sauber zueinander ausgerichtet gewesen wären.

Die großformatigen Decals mussten deshalb Stück für Stück positioniert, exakt ausgerichtet und sorgfältig an die unebene Oberfläche angepasst werden. Dabei durfte sich das Material weder verziehen noch Falten oder sichtbare Lufteinschlüsse bilden. Erst nach der vollständigen Anpassung der Beschriftung konnte das Modell versiegelt und endgültig zusammengesetzt werden.

In der Seitenansicht wird sichtbar, wie der große STRABAG-Schriftzug über Fenster, Sicken und Gehäuseübergänge verläuft.
In der Seitenansicht wird sichtbar, wie der große STRABAG-Schriftzug über Fenster, Sicken und Gehäuseübergänge verläuft.
Dreiviertelansicht der neuen H0-Ausführung von der gegenüberliegenden Fahrzeugseite.
Dreiviertelansicht der neuen H0-Ausführung von der gegenüberliegenden Fahrzeugseite.
Frontansicht der neuen H0-Ausführung mit der Betriebsnummer 232 105-9.
Frontansicht der neuen H0-Ausführung mit der Betriebsnummer 232 105-9.
Der großflächige Schriftzug prägt auch die zweite Seite der neu gestalteten Lokomotive.
Der großflächige Schriftzug prägt auch die zweite Seite der neu gestalteten Lokomotive.
Detailaufnahme von Frontaufstieg, Griffstangen, Puffern und den feinen Anschriften.
Detailaufnahme von Frontaufstieg, Griffstangen, Puffern und den feinen Anschriften.
Erstes neu konstruiertes Dachsegment der aktuellen H0-Ausführung.
Erstes neu konstruiertes Dachsegment der aktuellen H0-Ausführung.
Zweites Dachsegment mit den charakteristischen drei runden Aufbauten.
Zweites Dachsegment mit den charakteristischen drei runden Aufbauten.
Detailansicht des dritten, neu konstruierten Dachsegments mit dem charakteristischen runden Aufbau zwischen den beiden Signalhörnern.
Detailansicht des dritten, neu konstruierten Dachsegments mit dem charakteristischen runden Aufbau zwischen den beiden Signalhörnern.

Drei Modelle, eine Lokomotive

Mit den beiden früheren Ausführungen in H0 und TT sowie dem aktuellen STRABAG-Design in H0 lässt sich die optische Entwicklung der 232 105-9 nun auch im Modell nachvollziehen.

Die drei Fahrzeuge zeigen zugleich, wie unterschiedlich die Herausforderungen eines Umbaus ausfallen können. Während bei der älteren Gestaltung vor allem die konstruktiven Änderungen und zahlreichen zusätzlichen Bauteile im Mittelpunkt standen, verlangte die neue Variante besondere Präzision bei der großflächigen Beschriftung.

Fräsen, Ätzteile, eigene 3D-Konstruktionen, Airbrushlackierung und individuell angefertigte Decals greifen bei diesen Modellen unmittelbar ineinander. Genau diese Verbindung verschiedener Techniken macht den Reiz solcher Projekte aus.

Am Ende entstanden drei individuelle Modelle, die nicht nur unterschiedliche Erscheinungsbilder der 232 105-9 darstellen, sondern auch zeigen, wie viel Arbeit sich hinter einem vorbildgerechten Lokomotivumbau verbirgt.